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Eng Almabtrieb

Almabtrieb Eng

Der Almabtrieb von der Eng in Tirol auf die Binsalm im Karwendel
Der Almabtrieb von der Eng in Tirol auf die Binsalm im Karwendel
Almabtrieb Engalm: Es geht heimwärts für Bauer Martin aus Terfens im Karwendel
Almabtrieb Engalm: Es geht heimwärts für Bauer Martin aus Terfens im Karwendel

Einer der letzten klassischen Almabtriebe: Von der Eng ins Inntal
Ein Almabtrieb schaut für die meisten Besucher idyllisch und unkompliziert aus: Mit Blumen und Schmuck verzierte Kühe ziehen durch die Strassen. Es steckt aber weit mehr dahinter, als die Kühe zu schmücken und durch den Ort zu treiben. Denn eigentlich bedeutet ein Almabtrieb, dass die Kühe am Ende des Sommers von der Alm zurück in ihren Stall für den Winter kommen. Die Tiere haben die Sommermonate auf den Almwiesen gegrast. Das ist nötig, um die Futterflächen auf den Berghängen zu nutzen. Außerdem sorgen die Almtiere mit der sommerlichen Bewirtschaftung dafür, dass die Almwiesen nicht verwalden. Wenn über mehrere Jahre keine Kühe mehr auf den Almwiesen grasen, säen sich Bäume aus und wachsen. 50 Jahr später wird aus einer Almwiese ein Bergwald. Deswegen gehen auch heute noch die Kühe im Sommer auf die Alm. Wenn der Schnee kommst, heißt es Abschied nehmen von den fetten Almgräsern. Es geht zurück zu den heimatlichen Bauernhof. Früher war das eine oft weite und beschwerliche Wanderung für die Kühe.

Heute ist dies in den meisten Fällen nicht mehr so. So werden die Kühe auf der Alm auf einen Viehtransporter verladen, um dann kurz vor dem heimatlichen Hof geschmückt zu werden. Die letzten Meter werden dann zu Fuß als Schauspiel für die Zuschauer abgehalten. Teils sogar mit Eintritt für die Zuschauer. Oder die Kühe kommen überhaupt gleich direkt in den winterlichen Stall, ohne geschmückt zu werden. Vielen Bauern ist der Aufwand des Schmückens zu groß geworden! Bei einigen Bauern ist es zum Glück noch so wie früher – und ich durfte dabei sein. Hier meine Erlebnisse und Bilder:

Almabtrieb Eng – wie früher

Traditioneller Almabtrieb im Karwendel
Es gibt nur noch vereinzelt echte Almabtriebe, wie sie früher gemacht wurden. Einer der letzten klassischen Almabtriebe in Tirol findet jährlich von der Engalm durch das Karwendelgebirge ins Inntal statt. Während viele andere Bauern der Almen im Karwendel den beschwerlichen langen Weg mit dem Viehtransporter abkürzen, geht der Nockbauer der Engalm mit seinen Kühen zu Fuß vom Naturdenkmal Ahornboden nach Hause. Der Weg ist weit, die Kühe müssen über das Lamsenjoch wandern.

Zwei Tage Almabtrieb Eng

Bevor es ins Inntal in de Stall nach Hause geht wird aufgebüschelt
Bevor es ins Inntal in de Stall nach Hause geht wird aufgebüschelt

Abenteuer Almabtrieb: Zwei Tage zu Fuß mit Kühen über die Berge
Zwei Tage dauert der Marsch, den der Vater Karl Höger mit seinem Sohn Martin auf sich nehmen. Die Route führt sie auf dem Weg, den die Wanderer im Sommer auf ihrer mehrtägigen Karwendeltour wandern: Von der Engalm hinauf zur Binsalm. Von dort noch weiter hinauf über das Lamsenjoch, hinüber zur Lamsenjochhütte und dann hinunter ins Inntal nach Terfens. Beim Almabtrieb sprechen die beiden übrigens nicht vom „gehen“, sondern vom „fahren“ – es wird mit den Tieren „heimgefahren“, obwohl man zu Fuß die Kühe heim treibt. Die Bauersfamilie Höger „fährt“ also auf dieser Route heim, wie es ihre Vorfahren schon vor hundert Jahren gemacht haben.

Karl Höger, der Seniorbauer hat diese Tradition von seinem Vater und Onkel übernommen. Sein Sohn wiederum übernimmt diese Form des traditionellen Almabtrieb. Er ist überhaupt gepackt vom Almfieber. Bei den Vorbereitungen für den Almabtrieb, packt ihn Wehmut – er zählt schon wieder die Tage, bis er im nächsten Sommer wieder mit den Kühen auf die Alm zurückkommt: „230 Tage sind es noch“, erzählt Martin Höger.

Vorbereitung Almabtrieb Engalm

Was muss vor dem Almabtrieb alles getan werden?
Aber nun müssen erst einmal die Vorbereitungen für das „Ausfahren“, also die Heimkehr von Alm getroffen werden. Er hat schliesslich die gesamten 3 Sommermonate auf der Engalm verbracht. Somit müssen nicht nur die Kühe heimgetrieben werden, es muss der gesamte Hausstand mitgenommen werden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Musikanlage im Stall. Im Frühjahr wurden die Lautsprecherkabel durch den gesamten Stall verlegt, jetzt im Herbst werden sie wieder eingepackt.