Wieviel Liebe braucht ein Weihnachtsbaum?

Jahre dauert es, bis der Weihnachtsbaum geerntet werden kann. Dazwischen ist viel Pflege zu machen, hier in Weerberg mit dem Karwendel
Damit die Zweige am Tiroler Christbaum gleichmäßig wachsen, bekommt der Weihnachtsbaum rote "Klammern"
Das Weihnachtsbaum Pflanzen gehört dazu, so klein sind die Setzlinge

Beim Christbaumbauern in Weerberg
Mitten im kleinen Bergdorf Weerberg gibt es rund um den Ortsteil Ausserberg Felder voll von Christbäumen - ungewöhnlich für Tirol. Lange Zeit hat es gedauert, bis Familie Sponring überhaupt wusste, welche Bäume sich als Christbäume eignen, die zudem in der Höhe von Weerberg wachsen und mit den Bodenverhältnissen klarkommen. Angefangen wurde 1977 mit Blaufichten. Josef Sponring pflanzte damals einige Blaufichten an und sie wuchsen, wie sie die Natur formte.

Christbäume vom Berg - wie geht das?
Leider waren die meisten Bäume schief und krumm, nur wenige der Bäume konnte er am Weihnachtsmarkt beim Christbaumstand im Inntal verkaufen. Doch die junge Familie freute sich damals über jeden zusätzlichen Verdienst und so wurde weiter gepflanzt. Bei der nächsten Generation sorgte man sich während des Baumwuchses ein bisschen mehr, so daß die Anzahl der verkaufbaren Bäume größer wurde. Es kam auch der Gedanke, warum man nicht Tannen pflanzen soll. Aus Deutschland wurden die ersten Nordmanntannen importiert. Es mussten Bäume sein, die auch das rauhe Klima am Berg vertragen. Auf einer Versuchsfläche wurde 10 Jahre lang nach der richtigen Baumsorte geforscht. Viele hielten die Familie Sponring damals für Verrückte: "Wie kann man hier auf dem Berg eine Christbaumkultur anlegen?".

Christbaumpflege am Tunelhof: 7 Mal pro Jahr pro Baum
Heutzutage ist es ein gewohntes Bild, die vielen Tannen auf den Wiesen gegenüber dem Karwendelgebirge. Ab Mitte November wird es am Tunelhof so richtig hektisch. Dann müssen alle am kleinen Hof mit anpacken und es beginnt die Ernte der Christbäume. Was aber die wenigsten Betrachter sehen ist die Arbeit, die das ganze Jahr über anfällt. Altbäuerin Christa Sponring: "Der Josef geht von Mai bis Oktober von 5 Uhr früh bis 8 Uhr abends raus in die Kulturen". Es ist nicht nur mit dem Setzen der Bäume getan. Sie müssen gehegt und gepflegt werden, das ganze Jahr über. Auch das war ein langer Weg im Selbstversuch.

Wie alt ist ein Weihnachtsbaum?
Bis ein Baum geerntet werden kann, muss er mindestens 5 Jahre wachsen. Bis der kleine Setzling ca. 2 Meter hoch ist braucht es bei der Nordmanntann sogar 10 Jahre und es fällt im Laufe dieser Zeit viel Arbeit an, berichtet die Tochter der Christbaumkulturgründer. Elisabeth Sponring: "Im Frühling geht es mit dem Setzen los. Sobald der Schnee weg ist, werden die kleinen Bäume eingepflanzt. So haben sie bis zum Herbst genügend Zeit, um anzuwurzeln".

Was ist der beste Weihnachtsbaum?
Auch heute noch wird mit 20 bis 30 Sorten der Nordmanntanne "herumprobiert". Ganz neu wird nun mit Topfpflanzen experimentiert, die bereits beim Einpflanzen ein bisschen Humus dabei haben. Bei den bergigen Steilhängen ist das vorteilhaft, jedoch ist die Ausfallquote höher. Auch Weisstannen werden angepflanzt. Sie wachsen schneller, haben dafür aber weniger "Kranzeln", wie die Christbaumbauern sagen. Also "weniger Äste". Dafür kann man sich aber schon nach 5 Jahren ernten. Im Regelfall wird aber nach 10 Jahren geerntet - solange muss an jeden einzelnen Baum hingepflegt werden.

Viel Arbeit für einen Weihnachtsbaum
Die Hauptarbeit ist das Mähen. Zwischen den Christbäumen geht der Samen von Gräsern auf. Dieses Grad muss im Schnitt dreimal pro Jahr mit Hand gemäht werden. In den steilen Hängen und der Dichte der Bäume keine leichte Arbeit. Christa Sponring berichtet von Versuchen, die "Mäharbeit" von Tieren "machen zu lassen": "Wir haben am Anfang Schafe gehalten, die das Gras zwischen den Bäumen fressen sollten. - Denen haben aber auch die frischen Triebe der Bäume geschmeckt und somit war das kein Erfolgsmodell.

Auch den Tieren schmecken die kleinen Weihnachtsbäume
Danach haben wir es auch mit Gänsen versucht, was aber auch nicht funktioniert hat und so sind wieder beim Mähen mit der Hand." Ein weiterer Arbeitsschritt ist das Düngen der Bäume einmal pro Jahr. Es dient dem Wachstum der Bäume, wobei die Chemie sehr stark reduziert ist. Es werden kaum Spritzmittel eingesetzt, keine Massenspritzung. "Der Baum steht bei uns im Wohnzimmer und wir wollen diese Dämpfe nicht einatmen", stellt Elisabeth Sponring ihren Standpunkt dar.

Wie wachsen die Weihnachtsbäume so schön gerade?
Sehr diffizil und vor allem aufwändig ist die einzelne Pflege der Bäume: Nicht jeder Baum wächst gleichmäßig. Manchmal treibt ein Baum schneller, als die Kranzeln wachsen, dann muss sein Wachstum gebremst werden. Ja, das geht! Mit einer Zange wird das Wachstum verringert. Es ist aber eine Wissenschaft - für den Laien zumindest - anhand des Knospenwuchses zu erkennen, welcher Baum wie mit der speziellen Zange behandelt werden muss. Jedes Jahr muss das Ergebnis daraus betrachtet und gegebenenfalls wieder korrigiert werden.

Wir wollen keine lichte Fichte...
Gleich ist es mit den unregelmäßig wachsenden Ästen. Irgendwo ist immer ein kleines Loch, wo kein Ast aus dem Stamm wächst. Dieses wird durch Baumklammern gelöst: Vor der Verholzung wird im Frühsommer eine Klammer am Baum befestigt, die benachbarte Zweige in die gewünschte Richtung lenkt, damit keine astfreien Löcher entstehen. Andererseits gibt es oft auch zuviele Triebe an ungewünschten Stellen, diese müssen abgeschnitten werden - schliesslich will niemand einen Christbaum mit drei Spitzen. Hier muss man rechtzeitig die richtigen Triebe abschneiden. "7 Mal habe ich so in Summe mit jedem Baum im Jahr zu tun", so Elisabeth Sponring.

Wann wird der Christbaum geerntet?

Nach der jahrelangen Arbeit folgt die Ernte. Die Bäume werden aber nicht irgendwie geernet. Auf den Baumkulturen des Tunelhof werden die Bäume nach dem Mond geerntet. Wenn der Mond im Zwilling und Krebs steht oder kurz vorm Vollmond ist die beste Zeit für die Ernte. Dann hat der Baum selbst in den Nadeln Feuchtigkeit und hält sich länger.

Kunden der Tiroler Christbäume vom Tunelhof

Die Kunden des Christbaumbauernhofs kommen aus dem Bereich zwischen Imst und Kufstein - aus halb Tirol. Darunter befinden sich auch prominente Personen, über die die Christbaumbauern aber nicht sprechen möchten. Wer übrigens in einer der Ferienwohnungen am Tunelhof Urlaub macht, bekommt automatisch einen Christbaum des Hofes in die Ferienwohnung gestellt. Auf Wunsch darf man sich seinen Baum sogar selbst aussuchen!

Christbaumtag am Tunelhof

Einmal im Jahr wird der Tunelhof besonders herausgeputzt. Am zweiten oder dritten Adventsonntag wird der Christbaum-Hoftag veranstaltet. Neben dem Verkauf der frisch geschlagenen Weihnachtsbäume gibt es einen Bauernmarkt mit Käse, Honig, Kräuter, Apfelbrot & Zelten, Bauernbrot, typischen Weerberger Graukäse und Bergkäse aus Heumilch, Bauernspeck und Wurst, Weerberger Bienenhonig, Bienenwachskerzen, Honigwein, Filzpantoffel. Zum Essen am Hof werden frische Zillertaler Kaskrapfen und Inntaler Krapfen mit Birnen-Mohn-Fülle zubereitet.
Damit die Kinder keine Langeweile haben während die Eltern den passenden Weihnachtsbaum aussuchen, können die Kinder im Streichelzoo mit Hasen, Ziegen oder Ponys spielen.

Wer dann hier seinen Winterurlaub verbringt, kann bei dem ursprünglichen Bergbauernhof Tiroler Bauerntraditionen erleben. Es gibt sogar Urlaubsgäste aus Bayern, die im Sommer am Tunelhof Urlaub machen und extra im Dezember mit Freunden zum Christbaumtag nach Weerberg fahren, um sich den Weihnachtsbaum auszusuchen.

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