Skitour in der Eng auf den Hochglück

Wir starten die Skitour auf den Hochglück direkt bei der Engalm am Ahornboden
Der Blick zurück in die Eng bei unserer Hochglück Skitour im Karwendel

Bekannte Frühlingsskitour mitten im Naturpark Karwendel
Es ist 6.30 Uhr als wir uns im Risstal beim Gasthof zur Post treffen. Ziel der heutigen Bergtour ist der beliebte und ab 1. Mai überlaufene Hochglück. Das bekannte Skitourenziel in der Eng steht schon lange auf der Liste für eine Skitour. Denn der Hochglück ist eine der wenigen Skitouren im Karwendel, die technisch nicht zu anspruchsvoll ist. So machen wir uns an einem Kurzurlaub im März auf den Weg. Die besondere Herausforderung: Der Zugang im Winter in der Eng.

Mit dem Fahrrad von Hinterriss in die Eng
Die Mautstrasse in die Eng hat im Winter geschlossen. Pünktlich am ersten Mai öffnet sie. Dann kann man mit dem Auto den Startpunkt bei der Engalm erreichen. Das bringt es mit sich, daß man auf der Scharte am Hochglück nicht in Ruhe den Ausblick für sich hat, sondern mit einer Menge Gleichgesinnter die Rush-Hour gleichsam wie am Stachus in München erleben kann. Zudem schmilzt zum Ende des Winters mit jeder Woche der Schnee mehr und mehr. Ab Mai muss man je nach Winter mit einer mehr oder weniger langen Tragestrecken rechnen.

Das sogenannte Kirchl, der Felsen ist im Schatten schwer zu erkennen. Zwischenetappe bei unserer Skitour auf den Hochglück
Wir stehen noch im Schatten, oben scheint bereits die Sonne auf die Spitzen des Karwendel

Skitour von der Eng zum Kirchl
Die Straße zwischen Hinterriss und Eng ist ab Ende März/Anfang April relativ schneefrei. Zum Zeitpunkt unserer Tour war ein schneeschwacher Winter, so daß sogar der Ahornboden bereits großteils schneefrei war. In der Engalm ist Wechsel vom Mountainbike auf die Tourenski. Dort liegt noch Schnee, wir starten den Aufstieg mit den Ski in Richtung Kirchl.

Die ersten Minuten rutschen wir zügig auf dem flachen Ahornboden. Von den Hütten der Engalm geht es ohne Steigung in Richtung Hochglück, im Sommer ist hier der Forstweg zur Binsalm. Bevor dieser breite Weg links den Berg hinaufgeht, biegen wir bei dem unscheinbaren Gebäude (es ist das E-Werk) rechts ab. Über die weiten schneebedeckten Almwiesen steigen wir hinauf zu einem markanten Steinbrocken, der vor der Felswand der Spritzkarlspitze liegt. Es wird als Kirchl bezeichnet. 

Der Aufstief im Hochglückkar - oben ist schon die Scharte in der Sonne
Und dann ist es soweit und auch wir gehen in der Sonne - bei blauem Himmel

Vom Kirchl in das Hochglückkar
Hinter dem Kirchl habe ich mit einem sehr anspruchsvollem Aufstieg gerechnet. Im Sommer schauen die Felsen von unten unbezwingbar aus. Jetzt im Winter geht es mit den Tourenski ohne Probleme hinauf. Durch das Felsband hindurch halten wir uns nach links und steigen danach entlang einiger Latschen bergauf.

Bald kommen wir den freien unbewaldeten Hang. Ab da ist der Aufstieg sowieso wunderbar. Mit jedem Meter kommen wir der Sonne näher. Links sehen wir die bekannte Lamsenspitze, die hier oben gar nichts von ihrer markanten Form preis gibt. Vor uns der Hochglück Gipflel (2573 m). Daneben der Eiskarlspitz (2619 m). Zwischen den beiden letztgenannten Gipfeln befindet sich das Ziel unserer Skitour, die Hochglückscharte.

Das letzte Stück zu Fuß: Die steile Rinne bei der Hochglückscharte
Der Blick von der Hochglückscharte ins Inntal und auf die Zillertaler Alpen

Der Aufstieg zur Hochglückscharte
Kurz bevor wir die Scharte erreichen, sehen wir die Abrißkante einer weitäufigen Lawine. Vor einigen Tagen ist hier das gesamte Hochglückkar als Lawine abgegangen. Über die Kante steigen wir mit den Tourenski an den Skischuhen die letzten Höhenmeter hinauf zum Skidepot unterhalb der Hochglückscharte.

Die letzten Höhenmeter zur Scharte sind ohne Ski zu bewältigen. Durch die schmale Rinne kann man sowieso nicht mit den SKi fahren (jedenfalls wir nicht - viel zu steil und die Felsen dicht links und rechts). Wir schnallen die Ski ab und steigen vorsichtig hinauf. Oben sitzen bereits andere Skitourengeher in der Sonne. Der Blick reicht hinunter bis ins Inntal. Die Walderalm ist zu sehen.

Die Abfahrt unserer Skitour von der Hochglückscharte
Mountainbiketour und Skitour zugleich: Im Frühling am Hochglück im Karwendel

Nach rund 5 Kilometer Aufstieg und 1200 Höhenmeter ist der Ausblick gut, aber eigentlich waren die Blicke davor auch nicht schlechter. Da der Platz zum Ausrasten hier oben sehr knapp ist, halten wir uns nicht lange auf und treten durch die Rinne den Rückweg an. Es erwartet uns zuerst harter Schnee, dann Firn und unten sehr stark durchfeuchteter Schnee.

Wir kommen Mittag unten in der Engalm an - und es steigen immer noch Skitourengeher auf. Ich finde das sehr unvernünftig - in Anbetracht der steilen Hänge (siehe Lawinenkante oben), aber das muß jeder für sich beurteilen. Rund 3,5 Stunden haben wir allein für den Aufstieg gebraucht, dazu kommt gegebenenfalls die Anfahrt mit dem Mountainbike.

Jetzt verstehe ich auch, warum so viele Tourengeher den 1. Mai herbeisehnen, wenn die Mautstraße in die Eng öffnet.

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