Kaisersäule

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Eine 14 Meter hohe Pyramide auf dem Berg mitten im Karwendel - die Käisersäule
Eine 14 Meter hohe Pyramide auf dem Berg mitten im Karwendel – die Käisersäule
Von der Kaisersäule auf der Nordkette hat man einen guten Ausblick über Innsbruck
Von der Kaisersäule auf der Nordkette hat man einen guten Ausblick über Innsbruck
Inschrift an der Kaisersäule Thaur
Inschrift an der Kaisersäule Thaur
Kaisersäule Wanderung - kleine Thaurer Alm, großes Karwendel
Kaisersäule Wanderung – kleine Thaurer Alm, großes Karwendel

Die Kaisersäule Thaur

Die Kaisersäule, ursprünglich auch als Franzens-Pyramide bekannt, ist eine Steinpyramide in der Gemeinde Thaur in Tirol. Das Bauwerk liegt auf einer Schulter unterhalb des Thaurer Zunterkopfs im Karwendel auf 1700 Metern. Sie ist nur zu Fuß von Thaur oder aus dem Halltal erreichbar. Die Pyramide steht unter Denkmalschutz. Die 11,4 Meter hohe Pyramide ist aus Bruchsteinen gemauert und war ursprünglich weiß gekalkt. An der Westseite befindet sich eine Gedenktafel, die an den Besuch Kaiser Franz I. erinnert. Die Inschrift auf der Tafel besagt, dass der Kaiser im Jahr 1815 „von dieser Stelle Volk und Land wieder begrüßte“. Die Pyramide ist weithin sichtbar und dient als Aussichtspunkt und Wanderziel.

Der Ursprung der Kaisersäule geht auf das Jahr 1815 zurück, als Kaiser Franz I. nach dem Ende der Napoleonischen Kriege und dem Wiener Kongress das wieder zu Österreich zurückgekehrte Tirol besuchte. Nach einem Empfang in der Stadt Hall besichtigte er die Haller Saline und das Salzbergwerk im Halltal. Anschließend wurde er zu einem Aussichtspunkt geführt, von dem aus er die Schauplätze des Tiroler Freiheitskampfes von 1809 betrachten konnte. Dem Kaiser hat der Blick gefallen, deswegen soll er sich wohl länger dort aufgehalten haben.

An dieser Stelle wurde im folgenden Jahr eine hölzerne Pyramide errichtet. Im Jahr 1838/39 wurde die hölzerne Pyramide durch eine neue Pyramide aus Steinen ersetzt. Die Einweihung erfolgte am 28. September 1839 durch August Longin von Lobkowitz, dem Präsidenten der kaiserlichen Hofkammer für Münz- und Bergwesen, der zu diesem Anlass in Hall weilte. So bekam das Karwendel die Kaisersäule, die heute jedoch gar nicht so bekannt ist – obwohl es ein wirklich toller Aussichtspunkt ist. Sie ist eigentlich eine schmale Pyramide. Ich habe dieses steinerne Denkmal zufällig entdeckt, als ich im Karwendelgebirge wandern war. Rund um das Denkmal sind Bänke aufgestellt – ideal für eine Rast mit Ausblick. Gerade im Frühling und Herbst ist es hier oben sehr toll. Dann läßt sich die Sonne dank der sonnseitigen Lage genießen. Im Sommer wird es tagsüber sehr heiß, da solltest du rechtzeitig hier oben sein – den Sonnenaufgang kannst du hier perfekt erleben. Von einem Besuch im Winter ist wegen etwaiger Lawinen und Steinschlag abzuraten.

Auf den Spuren von Kaiser Franz I im Karwendel wandern

Die Wanderung zur Kaisersäule offenbart mehrere reizvolle Routen zu diesem beeindruckenden Aussichtspunkt und spirituellen Kraftort. Eine Möglichkeit besteht darin, über das Halltal zum Törl zu gelangen und von dort aus weiter zur Kaisersäule zu wandern. Sehr beliebt ist die Variante ab Thaur: Von Thaur aus empfiehlt sich der Start am Parkplatz „Thaurer Alm“.

Ab dem Wanderparkplatz, leicht oberhalb von Thaur, kann man bereits nach kurzer Zeit wählen, ob man gemütlich dem Forstweg folgt oder an der Kreuzung Adolf-Pichler-Weg steil in den Haslbergsteig einbiegt. Nach etwa einer Stunde am Forstweg erreicht man eine idyllische Aussichtsbank, an der der Gasperlsteig aus Rum (eine weitere Aufstiegsroute) aufsteigt. Die Thaurer Alm erreicht, eröffnet sich dem Wanderer ein atemberaubender Rundblick über das Inntal, und die Kaisersäule rückt in greifbare Nähe. Bis zum Ziel verbleiben noch etwa 40 Minuten und gut 200 Höhenmeter.

Während des weiteren Aufstiegs bieten sich faszinierende Blicke hinab in die Thaurer Klamm. Hier gibt es keine Schilder, also orientiert man sich an den markierten „KS“-Zeichen an den Bäumen. Am unteren Teil der Törl Wiesen biegt man rechts in den ersten Steig ab und setzt die Wanderung über einen malerischen Untergrund fort, um schließlich zur Kaisersäule aufzusteigen. Auf dieser Strecke ist es durchaus wahrscheinlich, dass man immer wieder auf Gämsen trifft. Nach der Ankunft oben sind sämtliche Anstrengungen des Aufstiegs vergessen, da sich dem Betrachter ein phantastischer Ausblick bietet. Nicht weit von der Altstadt Innsbruck bietet diese Bergwanderung im Karwendel neben dem Naturgenuss ein kulturelles Ziel. Es ist ein dominantes Monument an einem wunderbaren Aussichtsplatz im Karwendelgebirge – gebaut für die österreichische Monarchie! Erreichbar ist das Denkmal nur im Rahmen einer Innsbruck Wanderung. Du kommst weder mit einer Bergbahn noch mit dem Auto zu dieser kaiserlichen Sehenswürdigkeit.

Die Wanderung ab Thaur über die Thaurer Alm zur Kaisersäule geht auch noch sehr gut im Spätherbst, solange kein Schnee liegt. Diese Seite ist sonnseitig, während im Halltal dann schon die hohen Spitzen große Schatten werfen. Genießt den Ausblick hier oben, er ist wunderbar!

Bike & Hike Tour im Halltal

Die Kaisersäule ist nur zu Fuß zu erreichen. Es gibt keine Strasse und keinen MTB Weg bis zur Säule, man kann höchstens den ersten Teil bis zur Thaurer Alm mit dem Mountainbike abkürzen. Alternativ kommst du über das landschaftlich schöne und verkehrsfreie Halltal via Törl ebenfalls als Bike und Hike Tour zur Kaisersäule. So habe ich es gemacht. Mit dem Mountainbike durch das Halltal hinauf, auch wenn es sehr steil ist. Oben im Halltal habe ich das Mountainbike geparkt und eine Wanderung gemacht. Eher zufällig habe ich oben die meterhohe Steinpyramide im Karwendel entdeckt.

In den Sommermonaten kannst du den Besuch bei der Pyramide als Rundwanderung verbinden mit der Besteigung vom Thaurer Zunderkopf, dem Haller Zunderkopf und dem Hochmahdkopf. Wunderschöne Blick gibt es hinüber auf den Bettelwurf und auf der anderen Seite zu den Tuxer Alpen. Ein steiler Steig führt dann von hier hinunter zur bewirtschafteten Hütte in St. Magdalena. So habe ich die Tour gemacht:
–> Bike & Hike: Thaurer Zunterkopf und Kaisersäule

Über den Thaurer Zunterkopf zur Kaisersäule wandern
Über den Thaurer Zunterkopf zur Kaisersäule wandern
Kaisersäule wandern: Von der Thaurer Alm zur Kaisersäule in Innsbruck wandern im Karwendel
Von der Thaurer Alm zur Kaisersäule in Innsbruck wandern im Karwendel

Zusammenfassung

Die Kaisersäule in Thaur ist eine markante Steinpyramide im Karwendelgebirge auf 1700 Metern Höhe. Dieses historische Denkmal ist nur zu Fuß von Thaur oder aus dem Halltal erreichbar und steht unter Denkmalschutz. Die 11,4 Meter hohe Pyramide besteht aus Bruchsteinen und war ursprünglich weiß gekalkt. Die Ursprünge der Kaisersäule gehen auf das Jahr 1815 zurück, als Kaiser Franz I. nach den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongress Tirol besuchte. Beeindruckt von der Aussicht, die dieser Ort bot, ließ er im Jahr darauf eine hölzerne Pyramide errichten. 1838/39 wurde diese durch die heutige steinerne Pyramide ersetzt und am 28. September 1839 von August Longin von Lobkowitz, dem Präsidenten der kaiserlichen Hofkammer für Münz- und Bergwesen, feierlich eingeweiht. Die Kaisersäule ist nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein beliebter Aussichtspunkt und Wanderziel. Wanderungen zur Kaisersäule können von verschiedenen Routen aus starten, darunter der Weg über das Halltal zum Törl oder von Thaur aus ab dem Parkplatz „Thaurer Alm“. Die Wanderung bietet nicht nur einen kulturellen Einblick in die Geschichte Tirols, sondern auch spektakuläre Ausblicke auf das Inntal und die umliegende Landschaft des Karwendelgebirges. Im Sommer ist die Gegend ideal für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Mountainbiken, während im Winter aufgrund von Lawinen- und Steinschlaggefahr von einem Besuch abgeraten wird.

Weiterführende Links

Häufige Fragen zur Kaisersäule im Karwendel

Was ist die Kaisersäule?

Die Kaisersäule ist eine Steinpyramide in der Gemeinde Thaur in Tirol, Österreich. Das Bauwerk liegt auf einer Schulter unterhalb des Thaurer Zunterkopfs auf 1700 m im Karwendel. Es ist nur zu Fuß von Thaur oder aus dem Halltal erreichbar. Die Pyramide steht unter Denkmalschutz.
Die 11,4 Meter hohe Pyramide ist aus Bruchsteinen gemauert und war ursprünglich weiß gekalkt. An der Westseite befindet sich eine Gedenktafel, die an den Besuch Kaiser Franz I. erinnert. Die Inschrift auf der Tafel besagt, dass der Kaiser im Jahr 1815 „von dieser Stelle Volk und Land wieder begrüßte“. Die Pyramide ist weithin sichtbar und dient als Aussichtspunkt.
Die Geschichte der Kaisersäule geht auf das Jahr 1815 zurück, als Kaiser Franz I. nach dem Ende der Napoleonischen Kriege und dem Wiener Kongress das wieder zu Österreich zurückgekehrte Tirol besuchte. Nach einem Empfang in der Stadt Hall besichtigte er die Haller Saline und das Salzbergwerk im Halltal. Anschließend wurde er zu einem Aussichtspunkt geführt, von dem aus er die Schauplätze des Tiroler Freiheitskampfes von 1809 betrachten konnte. An dieser Stelle wurde im folgenden Jahr eine hölzerne Pyramide errichtet.
Im Jahr 1838/39 wurde die hölzerne Pyramide durch eine neue Pyramide aus Steinen ersetzt. Die Einweihung erfolgte am 28. September 1839 durch August Longin von Lobkowitz, dem Präsidenten der kaiserlichen Hofkammer für Münz- und Bergwesen. Die genaue Höhe der Pyramide beträgt 11,38 Meter, wie auf einer in einer Zeitkapsel verwahrten Urkunde zur Einweihung vermerkt ist. Die Kaisersäule bleibt somit ein historisches Denkmal, das an den Besuch von Kaiser Franz I. und die Ereignisse des Tiroler Freiheitskampfes erinnert.

Wie kommt man zur Kaisersäule?

Unkompliziert und am besten beschildert ist die Wanderung zur Kaisersäule ab Thaur. Über den beschilderten Almweg wandert man ab dem Dorfzentrum durch den Mischwald hinauf. Zuerst ist es nicht zu steil, kurz vor der Thaurer Alm wird es steiler. Sie ist auf 1461 Meter Seehöhe erreicht. Nun braucht man noch weitere 30 Minuten, bis man die auf 1701 Meter gelegene Kaisersäule erreicht. Insgesamt braucht man ca. 4 Stunden für die Runde (hin und zürück), es sind gut 1000 Höhenmeter zum Wandern im Karwendel.

Muß man für den Besuch der Kaisersäule Eintritt bezahlen?

Der Besuch der Kaisersäule in Thaur kostet keinen Eintritt. Historische Denkmäler im Freien, insbesondere solche auf Wanderwegen oder in natürlichen Umgebungen, sind frei zugänglich. Die Kaisersäule steht als öffentliches Denkmal unter Denkmalschutz und ist ohne Gebühren oder Eintrittspreise besuchbar.

Wann ist die beste Zeit für die Kaisersäule Wanderung?

Die beste Zeit für die Kaisersäule-Wanderung hängt von den individuellen Vorlieben und den Wetterbedingungen ab. Hier sind einige Überlegungen für verschiedene Jahreszeiten:
Frühling und Herbst:
Ideal für eine Wanderung und Rast um die Kaisersäule.
Die Natur erwacht oder zeigt sich in warmen Herbstfarben.
Angenehme Temperaturen machen das Erlebnis besonders genießbar.
Sonnenbeschienene Bänke bieten eine perfekte Gelegenheit für eine entspannte Pause mit Blick auf die Umgebung.
Sommer:
Achten Sie darauf, früh am Morgen oder spät am Nachmittag zu wandern, um der Hitze des Tages zu entkommen.
Die sonnige Lage bietet großartige Möglichkeiten, den Sonnenaufgang zu erleben und das Beste aus der Tageslichtzeit herauszuholen.
Winter:
Aufgrund von Lawinen- und Steinschlaggefahr wird von einem Winterbesuch abgeraten.
Die Region ist in der Winterzeit eher für Wintersportaktivitäten geeignet, wie zum Beispiel das Skigebiet Glungezer, das du von Säule auf der anderen Seite der Berge sehen kannst.