Issanger

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Der Issanger im Halltal

Wer das Halltal noch ein Stück über die historischen Herrenhäuser hinaus erkundet, entdeckt einen Ort von echt märchenhafter Schönheit: den Issanger. Diese weitläufige Almboden-Lichtung liegt versteckt im oberen Teil des Tals auf rund 1.610 Metern Seehöhe und bietet einen Kontrast, wie er für das Karwendel kaum eindrucksvoller sein könnte.

Während ringsum die senkrecht abfallenden, grauen Felswände von Lafatscher, Rosskopf und Speckkarspitze in den Himmel ragen, breitet sich am Boden eine sanft hügelige Wiesenlandschaft aus. Er erinnert mich an den Großen Ahornboden und den Kleinen Ahornboden – ist aber deutlich unbekannter. Der Issanger ist kein Ort mit großem Auflauf oder lautem Trubel – es ist einer dieser magischen Plätze, an denen du die ursprüngliche Stille und Kraft der Alpen intensiv spürst.

Herbt im Karwendel mit schönster Farbenpracht: Am Issanger im Halltal
Herbt im Karwendel mit schönster Farbenpracht: Am Issanger im Halltal
Im Herbst ist der Issanger allerdings ganz schön schattig
Im Herbst ist der Issanger allerdings ganz schön schattig

Der Issanger auf einen Blick

  • Lage: Im oberen Halltal / Isstal nordwestlich der Herrenhäuser auf ca. 1.610 m Höhe.
  • Erreichbarkeit: Nur zu Fuß über den malerischen Hirschbadsteig ab der Halltalstraße oder von den Herrenhäusern.
  • Gehzeit ab Parkplatz: Ca. 2,5 bis 3 Stunden (einfache Strecke).
  • Höhenmeter: Rund 980 hm ab dem Halltal-Parkplatz bei Absam.
  • Besonderheit: Unberührte Naturlandschaft, spektakulärer Blick auf die Lafatscher-Wände, herbstliche Verfärbung des Bergahorns.
  • Einkehr-Hinweis: Am Issanger gibt es keine Gastronomie. Eine Brotzeit und ausreichend Wasser gehören zwingend in den Rucksack!

Auf dem Hirschbadsteig zum Issanger

Der schönste Aufstieg zum Issanger zweigt oberhalb des ehemaligen Klosters St. Magdalena von der asphaltierten Halltalstraße ab. Hier folgst du der Beschilderung auf den romantischen Hirschbadsteig. Der Pfad schlängelt sich durch lichten Bergwald und führt dich zunächst am idyllischen, glasklaren Bach direkt am Wegesrand. Ob sich hier früher tatsächlich die Hirschen abgekühlt haben, ist nicht überliefert, aber die Kulisse lädt definitiv zum Durchatmen ein. Nach einer kurzen Lichtung mit einem markanten, einzelnen Bergahorn öffnet sich das Gelände schließlich und du stehst unvermittelt auf der weitläufigen Fläche des Issangers.

Warum gibt es den Issanger überhaupt?

Als im Halltal der Salzbergbau florierte, musste man das Holz aus den umliegenden Tälern herantransportieren. Die Zugtiere brauchten Futter, das sie unter anderem am Issanger fanden. Mit dem Ende Salzabbaus im Halltal kamen von Hall bzw. von St. Magdalena Weidetiere herauf. Aber auch diese Nutzung endete. Damit der Issanger nicht mit Büschen und Bäumen zuwächst, wird er seit 2012 einmal jährlich von Freiwilligen gemäht.

Wann lohnt sich der Issanger besonders?

Der Issanger ist nicht nur für Bergwanderer ein Highlight, sondern auch für Naturliebhaber ein echter Schatz im Naturpark Karwendel. Sobald der Schnee schmilzt, verwandelt sich die Wiese in ein buntes Meer aus Alpenblumen. Neben geschützten Enzian-Arten und Schlüsselblumen findet man in den angrenzenden geschützten Rinnen mit etwas Glück sogar den seltenen Frauenschuh. Eine wirklich tolle Blütenpracht im Frühsommer! Die mit Abstand eindrucksvollste Zeit für einen Besuch ist aber der Herbst. Wenn sich die Blätter der uralten Bergahorn-Bäume leuchtend gelb und orange färben und das Gras goldgelb im flachen Sonnenlicht strahlt, bietet der Issanger Fotomotive der Extraklasse.

Tourenmöglichkeiten ab dem Issanger

Der Issanger eignet sich hervorragend als Ziel für eine ausgedehnte Tageswanderung, ist aber auch Durchgangsstation für anspruchsvolle Hochtouren:

  • Zum Lafatscherjoch (2.081 m): Vom Issanger steigt der Weg weiter bergwärts über Geröll und alpine Matten hinauf zum Lafatscher Joch. Von dort erreichst du entweder die Pfeishütte oder das Hallerangerhaus.
  • Auf die Speckkarspitze (2.621 m): Für erfahrene und trittsichere Bergsteiger ist der Issanger der Ausgangspunkt für den steilen Anstieg auf die mächtige Speckkarspitze.

Mein persönlicher Tipp für deinen Besuch

Nimm dir am Issanger Zeit! Setz dich ins Gras, schalte das Smartphone stumm und beobachte die Wände des Karwendels. Oft kann man an den steilen Felsflanken des Lafatschers Gamswild oder sogar Steinböcke beobachten, die geschickt durch den Fels klettern. Wenn du auf dem Rückweg einkehren möchtest, wähle beim Abstieg die Route über die Herrenhäuser und lege weiter unten eine ausgiebige Pause im ehemaligen Kloster, dem heutigen Alpengasthof St. Magdalena ein.

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