Lafatscher Joch

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Das Lafatscher Joch – Der wilde Pass im Karwendel

Wenn du von Absam aus durch das Halltal aufsteigst und den grünen Issanger hinter dir lässt, erreichst du auf 2.081 Metern Seehöhe einen markantn Pass: das Lafatscher Joch. Dieser oft windumtoste Sattel verbindet das Halltal mit dem Hinterautal. Er ist damit auch der kürzeste Übergang für Wanderer vom Inntal in Richtung Scharnitz. Mit dem Auto kommst du nicht über das Lafatscher Joch – du musst einmal rund um das Karwendel fahren!

Am Lafatscher Joch stehst du an einer Wetter- und Wasserscheide. Direkt unter den senkrecht aufragenden Felswänden des Großen Lafatschers (2.696 m) und der Speckkarspitze (2.621 m) eröffnet sich dir ein extrem hochalpines Panorama, das du aber erst nach rund 1500 Höhenmetern erreichst. Du kommst über das Halltal herauf.

Wer das Lafatscher Joch nach den anstrengenden Höhenmetern erreicht, wird von der Jochfee empfangen. Diese kunstvoll geschnitzte Holzskulptur des Tiroler Bildhauers Lukas Pittl wacht hoch oben über den Passübergang. Die Statue ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv für Vorbeikommende, sondern symbolisiert auch Schutzgeist für alle Bergsteiger im Karwendel.

Das Lafatscher Joch auf einen Blick

  • Lage: Hochalpiner Passübergang zwischen Halltal und Hinterautal auf 2.081 m Höhe.
  • Erreichbarkeit: Zu Fuß ab dem Halltal-Parkplatz
  • Gehzeit ab Parkplatz: Ca. 3,5 bis 4 Stunden (einfache Strecke).
  • Höhenmeter: Rund 1.450 hm ab dem Taleingang.
  • Schwierigkeit: Mittelschwere bis anspruchsvolle Bergwanderung (rote/schwarze Bergwege)
  • Besonderheit: Markantes Passkreuz, zentraler Knotenpunkt für Hüttenwanderungen und den Karwendel Höhenweg.
Die Jochfee am Lafatscher Joch im Karwendel
Die Jochfee am Lafatscher Joch im Karwendel

Der Aufstieg aus dem Halltal über den Issanger

Der Wanderung zum Lafatscher Joch ist eine extrem abwechslungsreiche Tagestour, die dir die verschiedenen Gesichter der Region zeigt. Du startest am Parkplatz Halltal bei Absam und folgst zunächst dem historischen Solewanderweg entlang des plätschernden Baches. Vorbei an St. Magdalena geht es stetig bergwärts bis zu den Herrenhäusern.

Hinter den alten Gemäuern wechselst du auf den Wanderweg, der dich zur idyllischen Almwiese des Issangers führt. Danach verändert sich der Charakter der Tour: Der grüne Almboden weicht nach und nach einer hochalpinen Felslandschaft. Der Pfad windet sich über steile Schuttkare und ausgedehnte Geröllfelder empor, während die felsigen Flanken der Speckkarspitze immer näher rücken. Nach etwa 3,5 bis 4 Stunden und rund 1.450 überwundenen Höhenmetern erreichst du schließlich die besondere Statue der Jochfee ganz oben am Joch.

Vom Issanger auf die Gipfel und zu den Hütten

Blick vom Lafatscher Joch ins Karwendel - Richtung Hinterautal
Blick vom Lafatscher Joch ins Karwendel – Richtung Hinterautal

Das Lafatscher Joch ist für die meisten Bergsteiger selten das Ziel, sondern ein Zwischenziel im Karwendel. Vom Joch aus führt der berühmte Wilde-Bande-Steig nahezu auf gleichbleibender Höhe hinüber zur Pfeishütte (1.922 m), die du in etwa anderthalb Stunden erreichst.

Wählst du die entgegengesetzte Richtung, steigst du nordwärts hinab in den idyllischen Halleranger. Dort bist du dann schon im Hinterautal, wo mit dem Hallerangerhaus und der Hallerangeralm zwei Einkehrmöglichkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten zu finden sind. Für sehr erfahrene und trittsichere Alpinisten dient das Joch zudem als Ausgangspunkt für die kräftezehrenden Gipfelanstiege auf den Großen Lafatscher oder über den Südwestgrat auf die Speckkarspitze.

Die beste Zeit & wichtige Sicherheitshinweise

Da sich das Lafatscher Joch auf über 2.000 Metern Höhe befindet, herrschen hier hochalpine Bedingungen. Die beste Zeit für eine Begehung ist von Juli bis Oktober. Im Frühsommer halten sich im schattigen Kessel unterhalb des Jochs oft noch steile, knochenharte Altschneefelder, die ohne entsprechende Ausrüstung extrem gefährlich werden können.

Zudem zieht am Pass häufig ein kräftiger Wind, weshalb eine winddichte Jacke auch an heißen Sommertagen in den Rucksack gehört. Beachte bei deiner Tourenplanung auch die Wasserversorgung: Oberhalb des Issangers gibt es keine verlässlichen Quellen mehr, weshalb du deine Trinkflaschen rechtzeitig auffüllen solltest.

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