Erfinder der Keilhose

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Sepp Reinalter, der Vater der Keilhose

Sepp Reinalter, Erfinder der Keilhose - er stattete Olympiasieger und Weltmeister mit handgefertigen Keilhosen aus
Sepp Reinalter, Erfinder der Keilhose – er stattete Olympiasieger und Weltmeister mit handgefertigen Keilhosen aus

Sepp Reinalter: Der Mann, der die Skifahrer „fesch“ gemacht hat

Wenn man heute alte Fotos von Toni Sailer sieht, wie er elegant den Hang hinunterwedelt, fällt eines sofort auf: Diese hautengen Hosen. Dass die Skifahrer damals nicht mehr in flatternden Lodenhosen herumliefen, haben wir einem echten Tiroler Original zu verdanken: Sepp Reinalter.

Sepp hatte es am Anfang nicht leicht. Er wurde 1915 geboren und ist im Waisenhaus aufgewachsen. Aber er hatte Biss, hat das Schneidern gelernt und sich bis zum Meister hochgearbeitet. Nach dem Krieg hat er in Vomp (bei Schwaz) sein eigenes kleines Geschäft aufgemacht. Dass daraus mal eine Weltkarriere werden würde, hätte er sich damals wahrscheinlich selbst nicht träumen lassen.

Der Erfinder der Keilhose

Sepp Reinalter aus Terfens in Tirol machte in den 50iger Jahren mit seinen Keilhosen Furore. Die Geschichte hinter der Erfindung ist eigentlich ganz simpel: Ein alter Kriegskamerad von ihm, der Walter Nagele vom Achensee, hatte eine Frau, die beim Skifahren einfach gut aussehen wollte. Die damaligen Hosen waren weit, unförmig und im Wind haben sie geflattert wie Segel.

Sepp hat sich dann hingesetzt und getüftelt. Die Lösung? Er hat die Hose eng geschnitten und unten ein Gummiband (den „Steg“) drangenäht. Das Band kam unter den Fuß, und zack – die Hose war über das ganze Bein glatt gespannt wie ein Keil. Sah super aus, war bequem und plötzlich viel schneller im Wind. Damals hatte der Schneider Sepp Reinalter ein kleines Geschäft in Vomp, wo er die erste Keilhose verkaufte. Die Reinalterhosen waren geboren.

Was ist eine Keilhose?
Das fragen sich die jüngeren Generationen. Eine Keilhose ist eine normal geschnittene Hose und hat an den Fußenden ein „Spannband“, das dafür sorgt, dass die Hose über das gesamte Bein gespannt ist. Beim Wintersport hat sich diese Form der Steghose in den 1950-er Jahren großer Beliebthet erfreut. Die Keilhose galt als modisch und löste die damals figurlosen, flatternden Skihosen ab.

Die Skihose für Olympiasieger und Weltmeister

Schnell ging die Kunde auf den Bergen: Wer auf dem Ski eine gute Figur machen will, lässt sich von Sepp Reinalter eine Keilhose schneidern. Das taten in dieser Zeit praktisch alle Ski-Kaderfahrer in Tirol. Olymiasieger und Weltmeister fuhren mit der Keilhose von Sieg zu Sieg. Darunter waren Toni Sailer, Karl Schranz, Ernst Hinterseer (den Vater von Hansi Hinterseer), Christl Haas, Traudl Hecher und viele andere.

Die Keilhose als Basis für die Skipsprunghosen

Sepp Reinalter stieg zum „Hosenlieferant für das ÖSV-Team“ auf. Zuerst fuhren die alpinen Skiabfahrer mt der Keilhose, danach kamen auch die Skispringer dazu (u.a. Toni Innauer). Bei der Vierschanzentouren 1974/75 starteten die österreichischen Skispringer erstmals mit den Keilhosen. Laut Toni Innauer war es Sepp Reinalter zu verdanken, dass Österreich bei den Skispringern einen Quantensprung nach vorne machte – durch die neuen Springeranzüge.

Sepp Reinalter – ein Urgestein im Karwendel daheim

Sepp Reinalter kam 1915 auf die Welt. Nach Jahren im Waisenhaus arbeitete er sich hinauf zum Schneidermeister. Harte Kriegsjahre und eine arbeitsreiche Zeit konnten ihm nicht anhaben. Er ist seiner Heimat rund um Schwaz immer treu geblieben. Er lebte mit seiner Frau Hansi in Terfens.
Zuletzt war er im Altersheim Schwaz. Nach einem erfüllten Leben ist Sepp Reinalter am 26.06.2006 in Schwaz gestorben. In Erinnerung wird er bleiben als der österreichische Erfinder der Keilhose. Er war einer der markanten Köpfe von Tirol.

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