Ahornboden Geschichte

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Dass wir heute zwischen den uralten Riesen am Großen Ahornboden wandern können, ist kein Zufall der Natur, sondern eng mit der Geschichte der Region verknüpft. Erst durch eine ungewöhnliche Ruhephase während des Dreißigjährigen Krieges bekamen die jungen Bergahorne die Chance, ohne den Verbiss durch Weidevieh zu stattlichen Bäumen heranzuwachsen. Heute steht das gesamte Areal unter strengem Schutz, um dieses Erbe für die Zukunft zu bewahren, da die Bäume extrem langsam wachsen und empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren. Ein Besuch an diesem Ort ist also auch immer eine kleine Zeitreise in eine Jahrhunderte alte Kulturlandschaft, die ohne menschliche Pflege und historische Zufälle so nicht existieren würde.

Wissenswertes zur Geschichte des Ahornbodens auf einen Blick

  • Ursprung: Die gezielte Entstehung begann im 17. Jahrhundert, als während des Dreißigjährigen Krieges die Beweidung der Flächen ausblieb.
  • Baumbestand: Aktuell stehen dort 2.218 Bergahorne; einige der ältesten Exemplare sind über 300 Jahre alt.
  • Schutzstatus: 1927: Ernennung zum offiziellen Naturdenkmal. 1988: Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet durch das Land Tirol.
  • Naturereignisse: Mitte des 19. Jahrhunderts und erneut in den 1960er Jahren gab es schwere Schäden durch Muren (Schlamm- und Gesteinslawinen).
  • Erhaltungsmaßnahmen: Neue Bäume werden streng nach Plan nachgepflanzt, wobei nur Samen der heimischen Bergahorne verwendet werden, da fremde Arten dort nicht überleben.
  • Sanfter Tourismus: In diesem Bereich sind keine neuen Hotels oder Skilifte erlaubt, um die ursprüngliche Naturlandschaft zu erhalten.
  • Besonderheit: Der Bergahorn ist eine spezialisierte Baumart; die Dichte am Ahornboden ist weltweit einzigartig.
Der Große Ahornboden - eine Besonderheit mit Geschichte
Der Große Ahornboden – eine Besonderheit mit Geschichte

Die Geschichte des Ahornboden im Karwendel

Heute nehmen wir das Naturdenkmal mit den vielen alten Ahorbäumen als selbstverständlich wahr. Wir machen einen Ausflug oder kommen zum Wandern am Ahornboden und lieben es. Dabei gab es den Ahornboden nicht immer. Warum gibt es den Ahornboden eigentlich? Und seit wann?

Wie entstand der große Ahornboden?

Bereits im 10. Jahrhundert wurde der Ahornboden als Weidefläche genutzt. Andere Bäume wie Fichte, Tanne oder Buche wurden gefällt. Lawinen Steinschläge und Muren setzten dem Bergwald zu. Während des 30-jährigen Kriegs wurde die Almfläche am Ahornboden nicht genutzt. Dadurch konnten die Bergahorne anfangen zu wachsen. Dadurch daß keine Kühe weideten, konnten die kleinen Pflanzen größer werden und wachsen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ahornboden durch Muren stark beeinträchtigt und verwüstet.

Naturdenkmal seit 1927

1927 wurde der große Ahornboden zum Naturdenkmal erklärt. Die Blätter der Ahornbäume dienten den Almkühen damals teilweise als Futterersatz. Im Jahrzehnt 1960 kam es erneut zu starken Vermurungen am Ahornboden. Auch das Almdorf Engalm hatte darunter zu leiden. Als Konsequenz wurde der noch junge Rissbach aus dem Engergrund heraus 1963 verbaut. Ahornbäume, die aus diesem Grund gefällt werden musste, wurden untersucht. Es wurde ein Alter von 336 Jahren festgestellt.

Warum gibt es den Ahornboden?

Dies deutet darauf hin, daß die Theorie stimmt, daß der große Ahornboden aufgrund des 30-jährigen Kriegs entstanden ist. 1988 wurde der Ahornboden vom Land Tirol als Landschaftsschutzgebiet Großer Ahornboden im Risstal ausgewiesen.

Erhaltung des Ahornboden

Seit der Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet, wird der Ahornboden und die Ahornbäume besonders gepflegt. Karwendel Hotels werden in diesem Bereich nicht genehmigt, die Natur soll geschützt werden. Es gibt auch keine Lifte für einen Winterurlaub. Man macht sich auch Gedanken um die Erhaltung, schliesslich dauert es Jahrzehnte, bis ein Ahornbaum eine gewisse Größe erreicht.

Es werden neue Ahornbäume nach einem genauen Plan nachgepflanzt. Nicht überall wachsen die Ahornbäume und vor allem muss es ein Ahornbaum mit dem richtigen Samen sein. Ahornbäume, die nicht aus den Samen der Bergahornbäume gezüchtet wurden, sind nach dem Einsetzen wieder eingegangen. Es befinden sich laut einer Zählung 2218 Bergahorne am Ahornboden, davon sind 375 Bäume schon abgestorben.
—> Großer Ahornboden

Bergahorn am Ahornboden
Bergahorn am Ahornboden

Bergahorn am Ahornboden

Der Bergahorn ist übrigens eine ganz besondere Art von Ahornbäumen. Nirgendwo sonst kannst du soviele Bergahornbäume finden, wie hier im Karwendel. Ich zeige dir außergewöhnlich schöne „Bergahörner“ und wo du sie finden kannst. 2009 war er sogar der Baum des Jahres!

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