Ostern in Mittenwald

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Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Osterurlaub in Mittenwald

Ostern in Mittenwald ist ein Erlebnis, das über das herkömmliche Eiersuchen hinausgeht. Es ist eine Zeit, in der der bayerische Ort zwischen dem gewaltigen Karwendelmassiv und dem Wettersteingebirge eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Wenn der Schnee im Tal langsam den ersten Frühlingsboten weicht, verbindet sich hier christliche Tradition mit einer Lebensart.

Die Stille der Karwoche und das Erwachen des Brauchtums

Die Tage vor dem Ostersonntag sind in Mittenwald von einer besonderen Ruhe geprägt. Das Brauchtum ist hier im Leben der Einheimischen verwurzelt. Ein eindrucksvolles Beispiel ist das „Ratschen“. Da die Kirchenglocken ab Gründonnerstag als Zeichen der Trauer schweigen, übernehmen Kinder und Jugendliche mit ihren hölzernen Lärminstrumenten die Aufgabe, die Gebetszeiten anzukündigen. Dieses hölzerne Knattern in den historischen Gassen des Marktes verleiht dem Ort eine besondere Atmosphäre. In der Pfarrkirche St. Peter und Paul wird zudem ein imposantes Heiliges Grab errichtet, das Gläubige wie Besucher zur Einkehr einlädt.

Das violette Wunder der Buckelwiesen

Ein natürliches Spektakel, das zeitlich oft mit dem Osterfest zusammenfällt, ist die Krokusblüte auf den Buckelwiesen. Diese geologische Besonderheit aus der Eiszeit verwandelt sich im April in ein scheinbar endloses Meer aus hellvioletten und weißen Blüten. Es ist die Zeit, in der die Natur in der Alpenwelt Karwendel buchstäblich explodiert. Wer zu Ostern eine Wanderung zum Lautersee oder Ferchensee unternimmt, erlebt diesen Kontrast zwischen den noch schneebedeckten Gipfeln und dem zarten Frühlingsgrün im Tal besonders intensiv. Die Luft ist klar, die Sonne hat bereits Kraft, und das Plätschern der Gebirgsbäche wird zum ständigen Begleiter.
–> erlebe die Krokusblüte Geroldsee

Osterfeuer Mittenwald

Am späten Karsamstagabend treffen sich die Gläubigen vor der barocken Pfarrkirche St. Peter und Paul. Das Feuer ist hier kleiner, aber symbolträchtig: Mit ihm wird die neue Osterkerze entzündet, die dann als einziges Licht in die vollkommen dunkle Kirche getragen wird. Dieser Moment, in dem sich das Licht von Kerze zu Kerze im Kirchenschiff verteilt, ist eines der stimmungsvollsten Erlebnisse der Feiertage.

Wenn du das „gesellige“ Osterfeuer suchst – mit einem weithin sichtbaren Feuerkorb oder Holzstoß –, lohnt sich oft ein Blick in die kleineren Nachbargemeinden Krün und Wallgau. Hier pflegen die Burschenvereine oder die Landjugend die Tradition der Gemeinschaftsfeuer auf freien Flächen.

Festliche Stimmung am Ostersonntag

Der Ostersonntag beginnt in Mittenwald sehr früh und festlich. Die Einheimischen ziehen in ihren prächtigen Trachten zur Speisenweihe in die Kirche. In den Körben befinden sich Spezialitäten wie geräucherter Schinken, Eier und der traditionelle Osterfladen. Nach dem Gottesdienst servieren die Gasthäuser des Orte traditionelle Ostergerichte. Ein Klassiker ist das heimische Osterlamm, das oft von regionalen Landwirten bezogen wird. Es ist ein Fest für die Sinne, bei dem man die bayerische Gastfreundschaft spüren kann.

Kultur und Handwerk zwischen den Feiertagen

Mittenwald wird oft als „Dorf der tausend Geigen“ bezeichnet, und auch zu Ostern spielt das Handwerk eine große Rolle. Während die Geigenbauwerkstätten über die Feiertage geschlossen bleiben, laden die Museen und die Lüftlmalereien an den Häuserfassaden zu Entdeckungstouren ein. Oft finden rund um Ostern auch kleinere Konzerte der Musikkapellen statt, die das kulturelle Programm abrunden. Wer es sportlicher mag, nutzt die Karwendelbahn, um innerhalb weniger Minuten auf über 2.200 Meter zu gelangen. Dort oben kann man oft noch im Firnschnee wandern oder einfach auf der Terrasse der Bergstation die Aussicht über das Isartal genießen, bevor man unten im Tal den Nachmittagskaffee in der Sonne trinkt.

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