Achenpass

4.7/5 - (22 votes)

Letzte Aktualisierung am von Markus Schmidt

Der Achenpass in Bayern

Eigentlich ist der Achenpass eine landschaftlich reizvolle Strasse zwischen Bayern und Tirol. Er verbindet den Tegernsee mit dem Achensee. Da die Strecke mautfrei ist, stellt sie eine beliebte Alternative zur Autobahn dar – was jedoch besonders an Wochenenden zu erheblichem Verkehrsaufkommen führt und zur echten Staufalle geworden ist.

Mittlerweile solltest du diese Strecke meiden – es sei denn du hast Zeit für eine Stunde Stau. Auch ohne Stau solltest du für die Fahrt über die kurvenreiche Straße deutlich mehr Zeit einplanen als für die Fahrt auf der Autobahn. So brauchst du mitunter doppelt so lange, gegenüber der Strecke auf der Autobahn. Und falls du im Winter über den Achenpass möchtest: Dann gilt hier Schneekettenpflicht. Der Achenpass ist ganzjährig kostenlos zu befahren.

Wichtige Fakten zum Achenpass

  • Höchster Punkt: 941 Meter über dem Meeresspiegel (Siedlung Stuben).
  • Maut: Die Befahrung des Passes ist komplett mautfrei (keine Vignette erforderlich).
  • Winterpflichten: Bei entsprechender Witterung herrscht Schneekettenpflicht (maximale Steigung 12 %).
  • Verkehrslage: Hohes Staurisiko an Reisewochenenden; Einsatz von Dosierampeln (bei Achenkirch Nord) zur Verkehrssteuerung, besser ist die Autobahn über Rosenheim und Kufstein! Auch wenn die Strecke von den Kilometern her etwas länger ist, die Fahrzeit ist meistens deutlich kürzer!
  • Grenzübergang: Befindet sich zwischen Bayern (B307) und Tirol (B181), unterhalb der Passhöhe.
  • Historie: Ehemalige wichtige Salzhandelsstraße von Hall in Tirol nach München.
Höchster Punkt am Achenpass - 941 Meter über dem Meer
Höchster Punkt am Achenpass – 941 Meter über dem Meer

Der Achenpass ist die direkte Straßenverbindung vom Tegernsee an den Achensee. Obwohl die Strecke sehr kurvenreich ist, ist es eine der vielbefahrenen Straßen in den Alpen. Das liegt zum einen an der landschaftlichen Schönheit, zum anderen am günstigen Preis: Wenn du über den Achenpass an den Achensee fährst, brauchst du keine Maut bezahlen. Würdest du über die Autobahn fahren, wäre eine Maut fällig. Für viele Achensee-Urlauber das Argument schlechthin. Für die Anwohner entlang der Straße ein unangenehmer Umstand. Ich persönlich fahre gerne über den Achenpass, um die Berge und Hütten dieser Gegend zu erleben.

Alle Informationen über den Achenpass, was es zu beachten gibt und wie man diese Landschaft erleben kann, darüber schreibe ich in diesem Beitrag. Wichtig im Winter: Am Achenpass herrscht Schneekettenpflicht. Mehr dazu weiter unten. Vorab ein paar Eindrücke dieser Gegend. Mit einem Klick auf einen der roten Buttons kannst du dir anschauen, was sich neben dem Achenpass zum Anschauen lohnt:

Was andere Reisende über den Achenpass sagen
Wenn man sich anschaut, was Leute nach ihrer Fahrt über den Achenpass so berichten, zeichnet sich ein ziemlich eindeutiges Bild. Hier sind die Erfahrungen von Autofahrern, die über den Achenpass gefahren sind:

Die „Abkürzung“ als Falle: Viele haben sich von der Idee locken lassen, über den Tegernsee Zeit oder Maut zu sparen. Die Realität sieht dann aber anders aus: Erst zuckelt man ewig mit Tempo 50 durch die Orte und Ampeln am Tegernsee und am Achensee wartet dann das Nadelöhr, das den gesamten Zeitplan zunichte macht. Viele kommen im Nachhinein zu dem Schluss, dass es sich einfach nicht lohnt.

Wenn der Zeitplan komplett kippt: Viele sind frustriert, weil sie mit einer „schnellen Fahrt“ gerechnet haben, und hängen dann plötzlich stundenlang fest. Da liest man regelmäßig von Anfahrtszeiten, die zwei bis vier Stunden länger waren als geplant. Das ist natürlich besonders bitter, wenn man eigentlich nur entspannt in den Urlaub starten will.

Der Winter wird zur Zerreißprobe: Sobald Schnee fällt, wird es richtig ungemütlich. Wenn dann noch die Schneekettenpflicht dazukommt oder die Straße spiegelglatt ist, geht oft gar nichts mehr. Reisende berichten von kilometerlangen Schlangen, in denen man bei Eis und Schnee feststeckt – das ist dann mehr Stress als Erholung.

BRING GENÜGEND ZEIT MIT!
Der Achenpass ist keine gute Idee, wenn du schnell an deinen Urlaubsort kommen willst! Zum einen dauert die Fahrt über den Tegernsee viel länger, als wenn du auf der Autobahn fährst. Zum anderen ist an den Wochenenden mit einem Stau am Achensee zu rechnen. Zu viele Mautflüchtlinge treibt es auf dieser Straße Richtung Zillertal. Das führt gerade an starken Reisewochenenden zu stundenlangen Staus. Daher nicht als Abkürzung zu empfehlen. Teilweise dauert die Anfahrt dann 2-3 Stunden länger als üblich und es gibt am Achensee keinerlei Ausweichstrecken!

In den Wintermonaten kam es zu kilometerlangen Staus am Achenpass – und stundenlangem Warten. Daher wurde im Februar 2024 eine Dosierampel eingerichtet, die die Autofahrer von Norden kommend auf der Fahrt Richtung Achensee dosieren soll. Damit soll verhindert werden, dass eine Blechlawine die Anwohner am Achensee und Achenpass stört und Rettungswege nicht mehr zugänglich sind. Aufgestellt wird die Ampel in der Nähe von Achenkirch Nord. Für Urlauber, die über den Achenpasst fahren möchten, bringt sie eine zusätzliche Verzögerung.

Grenzübergang Achenpass

Der kleine Weiler Stuben am Achenpass
Der kleine Weiler Stuben am Achenpass
Vom Achenpass in Richtung Tirol
Vom Achenpass in Richtung Tirol

Vom Tegernsee kommst du via Kreuth und Wildbad Kreuth auf der B307 zum Achenpass. Der höchste Punkt am Pass liegt auf 941 Metern Seehöhe. Nur wenige Häuser sind hier oben. Es ist die Siedlung Stuben. Sie gehört zu Kreuth. Danach geht es auf der Straße aus Bayern hinunter nach Tirol. Wenige Meter unterhalb befindet sich die Staatsgrenze. Dann erreichst du die Kaiserwacht. Die B307 biegt hier links ab und führt hinüber zum Sylvensteinsee. Ab der Kaiserwacht bekommt die Achenpass-Straße einen neuen Namen, in Tirol heißt sie B181. Unterhalb der Kaiserwacht – in Richtung Achenkirch – ist der offizielle Grenzübergang. Wenn kontrolliert wird, dann hier.

Der Grenzübergang unterhalb der Passhöhe ist normalerweise nicht in Betrieb. In Zeiten von Corona wurde er jedoch gemäß der aktuellen Regeln und Einschränkungen überwacht. Dafür wurde sogar extra wieder eine Kontrollstelle eingerichtet. Achte also hier auf etwaige Kontrollen und halte deine Papiere bereit.

Achtung Winter: Du braucht am Achenpass Schneeketten!

In den Wintermonaten besteht bei Schneefall eine Schneekettenpflicht am Achenpass. Bitte halte diese auch ein! Selbst wenn du vom Tegernsee ohne Schneeketten auf den Pass hinauffahren könntest, das steile Stück kommt auf der anderen Seite hinunter Richtung Tirol. Hier solltest du keinesfalls auf der glatten Fahrbahn ins Rutschen kommen. Zum Gefälle kommen starke Kurven dazu… Die maximale Steigung der Straße beträgt 12%. Also bitte an die Schneekettenpflicht halten. Nimm im Winter deine Schneeketten mit und montiere sie, wenn die Beschilderung bei entsprechenden Verhältnissen dies anzeigt. Soweit ich weiß, herrscht keine generelle Schneekettenpflicht im Winter – sondern nur bei entsprechenden Verhältnissen. Hier der Link zu den aktuellen Vorgaben zur Schneekettenpflicht.

Achenpass Webcam

Direkt vom Achensee gibt es keine eigene Webcam. Die nächste öffentliche Webcam befindet sich unterhalb des Passes in Achenkirch. Hier kannst du einen Blick in die Straßen-Webcams werfen. Sie zeigen die Achensee-Straße in Achenkirch am Achensee. So kannst du einen aktuellen Eindruck von den Strassenverhältnissen bekommen.

Mit Bus und Fahrrad

Du mußt nicht zwingend mit dem Auto fahren. Mitten auf der Passhöhe im Weiler Stuben gibt es eine Bushaltestelle für den öffentlichen Bus. Es verkehrt die Buslinie 9556. Rennradfahrer nutzen die Straße, obwohl es baulich getrennt einen Radweg gibt. Am höchsten Punkt des Passes ist ein kleiner Parkplatz für Wanderer, hier ist auch die Haltestelle. Du findest das alles in dieser Google Karte.

Die häufigsten Fragen zum Achenpass

Wo befindet sich der Achenpass?

Der Achenpass ist der Übergang zwischen dem Tegernsee und dem Achensee. Es ist die direkte Verbindung. Entlang der Strecke verläuft auch die Grenze zwischen Tirol und Bayern.

Ist der Achenpass im Winter offen?

Ja, der Achenpass ist ganzjährig befahrbar. Du kannst zu jeder Jahreszeit die Passstraße befahren. Beachte aber die aktuellen Verhältnisse. Insbesondere im Winter mußt du mit Eis und Glätte rechnen.

Ist der Achenpass mautpflichtig?

Nein, die Fahrt über den Achenpass erfolgt ohne die Bezahlung einer Maut. Es ist keine Mautstraße und du benötigst keine Österreich Vignette. Jedoch brauchst du eine Vignette, wenn du im Inntal weiter Richtung Innsbruck oder Kufstein auf der Autobahn fahren möchtest.

Was geht schneller, Achenpass oder Autobahn?

Die Fahrt über den Achenpass dauert deutlich länger als die Strecke auf der Autobahn. Das liegt zum einen an der Passstrecke, an der Fahrt über den Tegernsee und vor allem am regelmäßigen Stau. Die Umfahrung über den Pass erfolgt ab Holzkirchen via Tegernsee. Die Fahrt entlang des Tegernsees ist langsam, weil du durch die Ortschaften fährst, mit Tempo 50 und Ampeln. Hinter dem Pass mußt du mit Stau im Bereich des Achensees rechnen. Lohnt sich meiner Meinung nach nicht.

MAUT IN ÖSTERREICH
Wie ist das mit der Maut und der Vignette in Österreich? Wo brauche ich eine Vignette und was ist zu beachten? Wenn du mehr darüber wissen willst, hier die aktuellen Informationen über die Maut Österreich.

Interessant zu wissen & Ausflugstipp

Hall in Tirol Altstadt

Der Pass ist schon seit vielen Jahrhunderten in Betrieb. Während früher die Leute zu Fuß und mit Kutschen auf Pfaden und Karrenwegen unterwegs waren, begann man wohl 1495 mit dem Bau der heutigen Straße. Der Übergang von Tirol nach Bayern war wohl sehr wichtig, weil das Salz aus dem Halltal nach München geliefert wurde. Unter großer Anstrengung holte man das Salz aus dem Karwendel, wo es in Hall in Tirol gesiedet wurde. Das fertige Salz ging dann von hier auf die Reise. So wurde Hall in Tirol reich und entwickelte sich prächtig. Du kannst heute noch die malerische Altstadt besuchen. Sie ist übrigens die größte Altstadt in Tirol, größer als das wenige Kilometer entfernte Innsbruck. Im Halltal gibt es den Soleweg – ein Lehrpfad über die Salzgewinnung. Bei den Herrenhäusern tauchst du ein in die Geschichte von Tirol – und kannst sogar in einen Salzstollen hinein (ohne Eintritt!):

Am Achenpass wandern

Am Buchstein: Zur Tegernseer Hütte wandern
Am Buchstein: Zur Tegernseer Hütte wandern

Rund um den Pass ist die Gegend der waldreich. Wenn du etwas sehen willst, musst du nach oben auf einen Gipfel. Die bekannteste Gipfel – Wanderung führt auf den Buchstein bzw. Rosstein. Die beiden Berge liegen direkt nebeneinander. Das Felsmassiv beherbergt die Tegernseer Hütte. Sie ist weit über das Tegernseer Tal hinaus bekannt. Hier die Beschreibung der traumhaften Wanderung – die du besser nicht in der Hauptsaison am Wochenende unternehmen solltest!
–> Tegernseer Hütte

Diese Tipps merken

Merk dir diese Tipps mit einem Pin bei Pinterest, dann findest du meinen Beitrag schnell wieder bei deiner nächsten Urlaubsplanung oder der Planung für den schönsten Ausflug in die Berge! Gefällt das auch deinen Freunden? – dann teil den Beitrag über Facebook. Sie werden es dir danken… Du kannst diesen Beitrag auch als Email oder WhatsApp verschicken – einfach auf die Symbole unter den Bildern klicken.