Urlaubsaktivitäten im Karwendel
Kultur und Sehenswürdigkeiten im Karwendel
Wandern, Kultur und Tradition: Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Karwendel.
Alpenpark Karwendel: Risstal
Naturschutzgebiet Risstal
Rißtal im Karwendel
Das Rißtal im nordöstlichen Bereich des Karwendels wird vom Rißbach nach Norden hin entwässert. Es ist mit dem Auto nur über Deutschland über
Vorderriss und dann über
Hinterriss erreichbar.
Der Rißbach ist eine noch weitgehend unberührte Bachlandschaft im
Karwendel. Das Ursprungsgebiet stellt durch das feinverästelte System von Wasserläufen, kombiniert mit großaufragenden Wandfluchten der zentralen Karwendelkette, eine landschaftliche Besonderheit dar. Dieses Gebiet ist von der
Engalm über einen Wanderweg erreichbar. Darunter liegt ein mäandrierender Abschnitt des Baches, der in einen regulierten Bereich im
Großen Ahornboden (Landschaftsschutzgebiet) übergeht.
Nördlich des Ahornbodens ist der Bach wieder weitgehend unverbaut, mit Schotterbänken und z.T. breiten Umlagerungsstrecken. Einige Quellfluren mit anschließenden Klein - und Großseggenriedern stehen in Verbindung mit dem Rißbach. Vor Hinterriß erreicht die Talsohle eine Breite von 300 m. Hier kommt es zur Bildung von Mäanderbögen, Schuttinseln, Altarmen bzw. Altwässern, die keinen Anschluss mehr zum Hauptbachbett aufweisen. Die Mäanderdynamik dieses Bachabschnittes ist die beeindruckendste des Rißbaches sowie im gesamten
Naturpark Karwendel. Als Besonderheit tritt in diesem Bereich und weiter nördlich die Deutsche Tamariske (Myricaria germanica) in lückigen Pioniergesellschaften auf offenen Schotterflächen auf. Die Deutsche Tamariske ist eine Indikatorart für intakte Auen mit natürlicher Flußdynamik und laufender Veränderung des Schuttkörpers. Hier kommt auch der Flußuferläufer vor.
Tortal (Nebental des Rißtales)
kesselartiger Talschluß mit den mehr als 1100 m aufragenden Torwänden aus Wettersteinkalk unter der Grabenkarspitze (2471 m) und dem Lackenkarkopf (2416 m). Im Talkessel Tortal liegen seltene Waldgesellschaften aus reinen Laubbäumen: Laubmischwälder aus Buche, Esche, Buche, Bergulme und Bergahorn westlich der Tortalalm (1310m). Derartige reine Laubholzbestände zählen zu den seltensten Waldgesellschaften des Karwendels.
Seltene Pflanzenarten im Unterwuchs: Wildes Silberblatt (Lunaria rediviva), Türkenbund (Lilium martagon), Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium)
Bergmischwald am Vorderskopf
Nur hier tritt die seltene Stechpalme (Ilex aquifolium) auf. Dieser immergrüne Strauch ist auf wintermilde feuchte Klimalagen beschränkt. Die roten Beeren sind giftig, werden aber von Vögeln gefressen und so verbreitet. Weiters findet sich am Vorberg die Eibe (Taxus baccata) recht häufig.
Schlucht des Johannisbaches
Durchbruch des Gewässers in einer etwa 1 km langen und bis zu 70 m tiefen Schlucht. Vereinzelt sind von der Forststraße Blicke in die Tiefe der tosenden Schlucht möglich.
Sumpf - Simsenbestand "Rißbach - Weitkargraben"
Tümpel mit Sumpfried (Eleocharis mamillata ssp. austriaca) und einer seltenen Pflanzengesellschaft. Hier wurde auch der Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis) nachgewiesen.
Kalkquellflur Schwarzlackenhütte im Johannestal
Rund um die Schwarzlackenhütte treten mehrere Quellen und Quellfluren auf mit charakteristischer Quellvegetation, die von Moosen dominiert ist. Daneben bemerkenswert:
Vierzähniges Leimkraut (Silene pusilla)
Rundblättrige Steinbrech (Saxifraga rotundifolia)
Feuchtgebiet Karwendelau
Niedermoor um mehrere Quellaustritte oberhalb des Zusammenflusses von Rißbach und Johannesbach in seltener Ausprägung. Anschließend mäandrierender kristallklarer Bach.
Schluchtwälder
Block - und Schluchtwälder treten nur kleinflächig auf, bestehen jedoch aus seltenen Lebensgemeinschaften, z.B. in der
Eng (Ulmen - Ahornwald).
Klammen
z.B. Tortal - Ausgang, Hasentalbach mit Wasserfall und Klamm
"Grüne Rinne" Eng
Feinschutthalde mit Edelweiß und Weißer Fetthenne (Sedum album), die der Raupe des hier festgestellten Apollofalters, ein auffälliger Großschmetterling, als Futterpflanze dient.
Eibenvorkommen "Karlalm"
Fichten - Tannen - Buchenwald am Südhang des Rißtales östlich der "Karlalm" mit einem konzentrierten Vorkommen an Eiben (Taxus baccata), meist über 250 Jahre alt.
Blumenreiche Kalkschuttflur "Marchgraben", Laliderertal
Neben Schutt - , Felsspalten - und Rasenelementen treten eine Reihe wärmeliebender Pflanzen auf, z.B.
Graslilie (Anthericum ramosum)
Wohlriechender Salomonsiegel (Polygonatum odoratum)
Steinröschen (Daphne striata)
Aurikel (Primula auricula)
Edelweiß (Leontopodium alpinum)
Bergwiesen am Torkopf
Ausgedehnte, artenreiche Bergwiesen vom Hochleger der Tortalalm (1500 m) bis hinauf zum Torkopf (1900 m) mit Vorkommen des geschützten Edelweiß (Leontopodium alpinum). Es handelt sich um eine mosaikartige Verzahnung von bunten Almwiesen mit Hochstauden - und Legerfluren, Latschenfeldern, lückigen Felsrasen, Schuttrunsen und Felspartien. Das Edelweiß findet sich regelmäßig in die höhergelegenen Felsrasen eingestreut und auch auf der "Edelweißplatte", einer großen Felsplatte und ehemaligen Brandfläche. 122 Pflanzenarten, darunter viele gefährdete und geschützte Pflanzen.
Hinterriss
Hinterriss ist der einzige ganzjährig bewohnte Ort im Risstal. Die Schreibweise variiert: Hinterriss, Hinteriss, Hinterríß oder Hinteriß. Gemeint ist immer der kleine Ort auf Tiroler Staatsgebiet, der inmitten des schönen Karwendeltals liegt. Es gibt dort zwei Gasthäuser (Essen und Übernachtung möglich), eine Kirche und einige Privathäuser. Seit 2009 hat das Naturparkhaus Alpenpark Karwendel geöffnet. Dort bekommen Besucher alles Wissenswerte über die Natur im Karwendel vermittelt. Früher war das Informationszentrum Karwendel in der alten Schule in Hinterriss untergebracht.
Inhalt: Risstal, Rißtal, Hinterriss, Hinterriß, Hinteris, Hinteriß, Tortal, Johannestal, Rontal, Karwendel.
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