Der Naturpark Karwendel

Das Herz des Naturpark Karwendel: Der große Ahornboden
Viele Gämsen sind im Alpenpark Karwendel auf Wanderungen zu sehen
Im Naturpark Karwendel wandern - viel sauberes Wasser im Karwendelgebirge

Naturpark Karwendel in Tirol
Der Alpenpark Karwendel ist ein Naturpark und umfasst beinahe das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km² das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Das Gebiet im Karwendel ist eine der größten unberührten Naturlandschaften Mitteleuropas mit vorwiegend alpinem Charakter in einmaliger Harmonie mit jahrhundertealter bäuerlicher Kultur.

Nicht zum Naturpark Karwendel gehört das bayerische Karwendel. Hier alle Informationen zum Naturschutzgebiet Karwendel, wo auch Bayern einen Anteil hat.

Welche Orte gehören zum tiroler Naturpark Karwendel?
15 Gemeinden in Tirol haben Anteil am Alpenpark Karwendel. Dazu gehören Flächen im Gebiet der Landeshauptstadt Innsbruck, der Marktgemeinden Jenbach, Rum, Zirl, Vomp und der Gemeinden Absam, Achenkirch, Eben am Achensee, Gnadenwald, Scharnitz, Stans, Terfens, Thaur. Diese erstrecken sich auf die drei Bezirke Innsbruck - Stadt, Innsbruck - Land und Schwaz.

Lebensraum und Naturraum im Naturpark Karwendel
Aufgrund der klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen wie Urwäldern und Wildflüssen und beherbergt eine hohe Artenvielfalt: Viele typische Tier- und Pflanzenarten der Alpen wie Steinadler, Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske (Auwaldpflanze) haben hier bedeutende Vorkommen.

Viele Menschen zieht es in den Alpenpark Karwendel
Das Karwendel besitzt aber auch eine 150jährige alpintouristische Geschichte und wird jährlich von ca. 1 Mio. Menschen besucht. Auch klassische Nutzungsformen wie Alm- und Forstwirtschaft, sowie die Jagd spielen eine wichtige Rolle und prägen das Gebiet seit Jahrhunderten.

Die Natur im Naturpark Karwendel
15 großflächige Vegetationseinheiten und darin 83 Kleineinheiten mit hochspezialisierter Zusammensetzung der Pflanzenwelt sind hier beheimatet. Darunter viele seltene und besonders geschützte Raritäten wie z.B.:
Edelweiß (Leontopodium alpinum)
Bewimperter Mannsschild (Androsace chamaejasme)
Silberwurz (Dryas octopetala)
Weißer Mohn (Papaver sendtneri)
Seidelbast (Daphne mezereum)
Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
Türkenbund (Lilium martagon)
Feuerlilie (Lilium bulbiferum)
Spirke (Pinus uncinata)
Eibe (Taxus baccata)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Bergulme (Ulmus glabra)
 
Insgesamt 1305 Pflanzenarten und 2035 Tierarten sind bisher nachgewiesen, laufend gibt es Neuentdeckungen.

Lage Naturpark Karwendel
Das Tiroler Naturschutzgebiet selbst hat eine Gesamtfläche von ca. 543 km² und bildet den Kernbereich des Alpenparks Karwendel. Dazu gehören auch noch die rundum gelegenen Landschaftsschutzgebiete Bärenkopf, Falzthurntal - Gerntal, Großer Ahornboden, Martinswand - Solstein - Reither Spitze, Nordkette und Vorberg, die Ruhegebiete Eppzirl und Achental West, sowie die kleinen Naturschutzgebiete Martinswand und Fragenstein.

Als selbständiger Gebirgsstock wird das Karwendel im Süden durch das Inntal zwischen Zirl und Jenbach begrenzt. Im Westen bildet der Seefelder Sattel, im Nordwesten die Isar, im Nordosten der Walchenbach und im Osten die Achenseesenke die naturräumliche Begrenzung des Karwendels.

Gebirgszüge des Naturpark Karwendel

Vier selbstständige Gebirgszüge bilden diese Gebirgsgruppe:
- Die Inntalkette und Solsteinkette im Süden, mit dem Kleinen Solstein (2637m) als höchstem Gipfel
- Die Gleirsch - Halltalkette mit dem Großen Bettelwurf (2725 m) als höchstem Berg
- Der Karwendel Hauptkamm oder Hinterautal - Vomper Kette mit dem höchsten Berg des Karwendels, der Birkkarspitze (2749 m)
- Die Nördliche Karwendelkette mit der Östlichen Karwendelspitze (2537 m) als höchster Erhebung. Im Osten zerfällt diese Gebirgskette in die Gruppe der Falken, die Gamsjoch Gruppe, die Sonnjoch Gruppe und die Rappenspitz - Stanserjoch - Gruppe.

Das Karwendelvorgebirge
Das Karwendel Vorgebirge, dessen nördliche Teile in Bayern liegen, wird durch die Berge der Sojern - Gruppe (2259 m), die Schafreiter - Mondscheinspitz - Gruppe (2105 m) und die Juifen - Hochplatte - Gruppe gebildet.

Talräume des Naturpark Karwendel
Genannt wird jeweils das Tal, der dazugehörige Naturraum samt der Erstreckung und die Teilräume.
Gleirschtal, Scharnitz - Pfeis (Samertal), Isertal, Anger(Wenger)tal, Groß Kristental, Klein-Kristental, Mandltal
Hinterautal Scharnitz - Roßloch (17 km), „Lafatschtal“ zwischen dem Überschalljoch und der Hinterödalm
Karwendeltal Scharnitz - Hochalmsattel (20 km)
Rißtal Oswaldhütte - Eng, Rontal, Tortal, Johannistal. Laliderertal, Eng
Bächental Baumgartental, Eiskönigtal, Plumsbachtal, Tannauerbachtal
Falzthurn - Gern - Dristenautal Falzthurn - Gern - Dristenautal
Stallental St. Georgenberg - Lamsenjoch, Gamsgartenklamm
Vomperjoch Stubbach - Überschalljoch
Halltal Walderbrücke - Stempeljoch, Isstal mit Issanger

Landschaftsbilder
In den Tallagen großer Waldreichtum, an den Bergflanken Schutt - und Latschenfelder, großflächige Erosionsanrisse, unberührte Nebentäler mit ungestörter Bachdynamik, Klammen und Wasserfällen, enge Schluchten mit Schluchtwäldern, steile Felswände (z.B. Laliderer Wände), Kalk - Quellfluren, Feuchtbiotope (insbesondere Davall - Seggen - Rieder), Moore und Bergwiesen.

Geschichte und wichtige Ereignisse im Naturpark Karwendel:
1928 – 1. Verordnung der Unterschutzstellung des Karwendel
1951 – Sensationsfund des 5000 Jahre alten Elchskelets
1965 – Riesige Schneelawine in der Eng
1967 – Einstellung Salzbergbau im Halltal
1995 – Karwendel wird Natura 2000 Gebiet
1997 – Erstes Informationszentrum wird in Hinterriß eröffnet
2004 – Renaturierung der Karwendelmoore startet
2005 – Eröffnung der modernen Schaukäserei in der Engalm
2008 – Gründung des Vereins Alpenpark Karwendel
2009 – Eröffnung Naturparkhaus Hinterriß

Die schönsten Plätze im Naturpark Karwendel:

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