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Wandertage im Karwendel

Die Bauern der Engalm über die Engalm

Die Bauern der Engalm über die Engalm im Karwendelgebirge:
Die Eng-Alm ist Eigentum von zehn Bauern aus dem Mittleren Unterinntal, die sich zur besseren Bewirtschaftung der Alm bereits vor 100 Jahren zu einer Agrargemeinschaft zusammengeschlossen haben. Der Almbetrieb umfasst die Almen Eng, Haglhütten und Ladiz, wobei Ladiz, der frühere Hochleger, jetzt nur mehr mit Jungvieh beweidet wird. Wegen der Höhenlage von 1270 bis 2200 Metern kann die Beweidung nur von Anfang Juni bis Anfang Oktober erfolgen. Aufgetrieben werden ca. 500 Rinder, davon rund 200 Milchkühe. Die anfallende Milch wird hier auf der Alm zu Bergkäse und Butter verarbeitet. Durch einen Umbau der Käserei wurde es nun ermöglicht, dem Käser jeden Vormittag bei seiner Arbeit zuzusehen.
Die Käserei erfolgt in Kupferkesseln (je 1200 Liter). Dass diese Verarbeitung ohne jegliche chemische Zusätze bewerkstelligt werden kann, hat seine Ursache am Ausgangspunkt der Milch oder um es genauer zu sein, an der Gesundheit der Tiere und an der natürlichen Ernährung derselben. Es wird auf der Melkweidenfläche weder Kunstdünger ausgebracht, noch werden chemische Unkrautbekämpfungsmittel angewendet Auch erhalten die Tiere keinerlei chemischer Zusatzfuttermittel.
Im Winter verfällt die Eng in den Winterschlaf. Alle Gebäude der Engalm sind geschlossen. Nicht einmal die Straße wird geräumt. Wegen der großen Lawinengefahr sind unsere Berghänge für den Wintersport nicht geeignet, trotz einer Schneehöhe von 2 bis 3 Metern. In den letzten Jahren wurde eine Langlauf-Loipe von Hinteriß bis hier herauf angelegt. Der Kaser kommt im Winter einmal zur Pflege des Käses mit den Langlaufski in die Engalm.
Da die Begarhornbäume auf der Alm 400 bis 600 Jahre alt sind, sterben sie nur langsam ab. Um das einzigartige Landschaftsbild den kommenden Geschlechtern zu erhalten, wurden in den letzten Jahren mit Hilfe von Spenden begeisterter Naturfreunde Jungahornbäume gepflanzt, und mit Umzäunungen gegen Verbiß und Vertritt durch Wild- und Weidenvieh geschützt.
Die kleine Almkapelle am unteren Ende der Almhütten ist 300 Jahre alt geworden. Wir haben keinen geregelten Gottesdienstplan, aber immer wieder feiern Priester aus der Reihe unserer Gäste dort die Heilige Messe. Auch Hochzeiten wurden hier schon gefeiert.